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Karnevalsgottesdienst in St. Lambertus Erkelenz ist feste Tradition

Ein buntes Bild bietet sich bei der Karnevalsmesse, da viele Besucher verkleidet sind.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 04/2016

Kirchgänger singen Schunkellieder

In der Pfarrkirche St. Lambertus Erkelenz wird ein Mal im Jahr Karneval mit einem Gottesdienst gefeiert

Viele Erkelenzer freuen sich auf die Karnevalsmesse, die am Tulpensonntag in St. Lambertus gefeiert wird. Sie brauchen nur einen Hut oder ein Kostüm: Fertig ist das bunte Bild im Gottesdienst. Gemeindereferentin Ursula Rothkranz dagegen steckt wochenlang in den Vorbereitungen.

„Zum Glück muss ich den Ablauf und alles, was dazu gehört, nicht allein organisieren. Mit Anne Reinmann, Ludgera Xhayet-Spenrath und Hildegard von Contzen stehen mir drei tatkräftige Frauen zur Seite,“ erzählt Rothkranz. Dennoch kommen die vier Frauen tüchtig ins Schwitzen. Gibt es doch so viel zu tun. Zunächst gilt es, sich auf ein Thema zu einigen. „Wir setzen uns zusammen und überlegen gemeinsam“, sagt Rothkranz. Auf sie kommt schließlich die Aufgabe zu, die Karnevalsmesse zu schreiben. Dabei stellt sie immer einen Bezug zum Prinzenpaar, dem Motto oder zum Beruf des Prinzen her. Letztes Jahr sei es um das Thema Toleranz in einem Zwiegespräch gegangen. Verdeutlicht wurde, dass es auf die innere Einstellung ankomme, wie jeder seinen Glauben lebe. „Auch wenn wir Karnevalslieder singen und eine ausgelassene Stimmung herrscht, vergisst niemand, dass wir eine Messe feiern, zu der auch ein Thema gehört“, erklärt die Gemeindereferentin.

 

An diesem Tag ist zur Hochamtszeit alles anders

Im Vorfeld werde natürlich nie verraten, was die Besucher in der Karnevalsmesse erwartet. „Das soll immer eine Überraschung sein. Auch zum Inhalt in diesem Jahr sage ich nichts.“ Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Organisationsteam ein gutes Händchen bei der Gestaltung hat. Die Karnevalsmesse, die es seit nunmehr zehn Jahren gibt, ist sehr beliebt. Die Pfarrkirche St. Lambertus ist immer rappellvoll. Waren die Besucher anfangs noch sehr zögerlich, wenn es ums Kostümieren ging, so bietet sich seit einigen Jahren ein buntes Bild aus kostümierten Kirchgängern. Die, die kein Kostüm finden oder haben, setzen sich ein Hütchen auf oder schmücken sich mit einer Federboa.

„Es ist schön für uns zu sehen, dass zur eigentlichen Hochamtszeit an diesem Tag alles anders ist und viele in die Messe kommen. Auch die, die man sonst nicht sieht“, erzählt Rothkranz. Denn Ziel der Karnevalsmesse sei, die Menschen in allen Lebenslagen abzuholen. Auf ihrer Liste, was noch vorbereitet werden muss, steht ein Treffen mit dem Städtischen Musikverein. Er begleitet die Karnevalsmesse musikalisch, um das Liedgut mit Karnevalsliedern und kirchlichen Liedern abzustimmen. Leute aus der Gemeinde, der Karnvalsgesellschaft und das Prinzenpaar werden befragt, ob sie sich einbinden lassen wollen, um die Lesung und Fürbitten zu lesen. „Mit Freiwilligen, die noch nie über ein Mikrofon gesprochen haben, übe ich vorher“, sagt die Gemeindereferentin. Sogar über Sitzplatzreservierungen macht sich das Organisationsteam Gedanken – und natürlich über die eigene Kostümierung in diesem Gottesdienst.

 

Kostüme werden genäht und die Kirche geschmückt

„Wenn wir eine Idee haben, greift Hildegard von Contzen auf ihren großen Fundus an Kostümen zurück und ändert sie entsprechend an der Nähmaschine“, sagt Rothkranz. Die Ausschmückung der Pfarrkirche mit Luftballons und Girlanden übernehmen die Möhneleut Erkelenz und der Küster. „Die ganze Planung und Durchführung ist für alle sehr arbeitsintensiv“, sagt Rothkranz. Aber der Aufwand lohne sich. „Jung und Alt machen gleichermaßen mit. Es wird zusammen gesungen und geklatscht“, erzählt Rothkranz. Auch Pfarrer Werner Rombach sei mit viel Freude dabei und genieße die ungewöhnliche Messe, die nur einmal im Jahr an den närrischen Tagen stattfindet.


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 20.01.2016

 
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