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Domkapitular Andreas Frick eröffnete in St. Mariä Himmelfahrt Ophoven die Heilige Pforte der Barmherzigkeit

Domkapitular Andreas Frick stößt in Ophoven die Heilige Pforte auf.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 05/2016

Tor der Barmherzigkeit geöffnet

Feierlicher Einzug durch die Heilige Pforte in St. Mariä Himmelfahrt mit Domkapitular Andreas Frick

Das Heilige Jahr wurde im Kreis Heinsberg mit der Öffnung der Heiligen Pforte an der Seitentür der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Ophoven eröffnet. Eine Prozession durch den Ort bis vor die noch verschlossene Tür ging dem feierlichen Moment voraus.

Kirchenvorstandsmitglied Paul Dammers ging mit einem Schlüssel zur Pforte, steckte diesen ins Schloss und drehte ihn herum. Domkapitular Andreas Frick trat vor die Tür und stieß sie mit beiden Händen auf. Mit der Heiligen Schrift in den Händen durchschritt er die Tür. Dicht hinter ihm folgte die Gemeinde, unter die sich auch einige Besucher aus anderen Gemeinden gemischt hatten.

 

In einer vertrauten Kirche Vergebung erlangen

„Wir sind angekommen und öffnen jetzt dieHeilige Pforte als Zeichen, dass das Herz Gottes uns immer offen steht“, sagte Frick. „Durch die geöffnete Pforte halten wir Einzug in eine vertraute Kirche, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen.“ Voller Andacht lauschten die Besucher den Worten seiner Predigt. Mit der Kraft eines Menschen sei symbolisch die Tür aufgestoßen worden. Das Entscheidende aber liege in Gott, der die Tür öffne und uns zeige, dass er ein Herz für die Menschen habe. Die erste Heilige Pforte sei von Papst Benedikt I. in St. Peter eröffnet worden. Gott habe dort wie hier auf uns gewartet: „Hier ist die gemütlichste aller Symbolkirchen nach Rom, Köln und Aachen.“ Es sei die letzte von sechs Heiligen Pforten, die im Bistum geöffnet wurden, erklärte Frick. Viele Jahrhunderte sei diese Wallfahrtskirche eine Heimat für viele, die hier beten, und nun ein Ort der Barmherzigkeit. „Das Herz des Vaters steht uns allen offen“, sagte Frick. Auch wer im Gefängnis, im Hospiz oder sonst an einem Ort sei, von dem er nicht weg könne, um die Pforte zu durchschreiten, habe die Möglichkeit, die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Die eine Tür, die man pro Tag oder Woche durchschreiten kann, kann zu einem Bild dafür werden, dass Gott uns sagt ,Komm heute zu mir‘.“

 

Gott schenkt uns seine Liebe und Barmherzigkeit

Frick erinnerte sich an eine Begegnung mit einem Gefangenen. Probehalber habe der das Gefängnis verlassen dürfen. Frick habe ihn eingeladen, den Dom zu Aachen zu besichtigen. Der Häftling sei tief beeindruckt gewesen. Besonders, weil der Geistliche ihm gesagt habe, dass er sich daran erinnern soll, dass Gott uns seine Liebe schenke und jede Zelle gottgefüllter Raum der Barmherzigkeit sein kann. Diese Worte hinterließen bei vielen Besuchern einen bleibenden Eindruck. Renate Ritzka war aus Erkelenz gekommen, um die Öffnung der Pforte mitzuerleben. Sie sei mit einem befreienden Gefühl durch die Heilige Pforte geschritten. Es sei ein besonderer Moment gewesen, zumal auch der Ablassgedanke für sie gegenwärtig wurde. „Das Bußsakrament ist mir sehr wichtig“, sagte sie. Im vergangenen Jahr sei sie konsequent zur Beichte gegangen. Deshalb seien die Worte von Frick ihr im Gedächtnis geblieben. „Auch wer hinter Gittern und Mauern ist, kann Vergebung finden, wenn er sich im Gebet an Gott wendet.“ Das betreffe jeden von uns.


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 27.01.2016

 
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