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Umfrage in der Region Heinsberg wie und auf was Menschen in der Fastenzeit verzichten

In der Fastenzeit wollen viele Erwachsene auf Alkohol und Zigaretten verzichten.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 07/2016

Wird noch verzichtet und worauf?

Umfrage zur Fastenzeit in den Gemeinschaften der Gemeinden und Pfarreien im Kreis Heinsberg

Mit Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage dauernde Vorbereitung auf Ostern. Doch spielt sie noch eine Rolle bei den Menschen? Eine Umfrage der KirchenZeitung verdeutlicht, dass es Gemeindemitglieder gibt, die bewusst verzichten oder einen Vorsatz getroffen haben.

Fastenzeit heißt für die Gläubigen, als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung auf Dinge zu verzichten, die ihnen angenehm und lieb sind. Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2015 wird vorrangig auf Alkohol und Süßigkeiten verzichtet. Sich vegetarisch zu ernähren, aufs Auto oder soziale Medien zu verzichten, sind weitere beliebte Vorsätze. Die Zeit kann aber auch dazu genutzt werden, sich auf sich selbst zu besinnen. So sieht es jedenfalls Diakon Heinz Brand aus der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Hückelhoven. „Ich nehme mir immer vor, eine geistige und spirituelle Auszeit zu nehmen.“ Es gehe ihm darum, zu schauen, was im Leben er ändern könne. Was die religiöse Dimension der Fastenzeit anbelangt, so habe sie für viele Menschen an Bedeutung verloren, meint Brand.

 

Religiöse Dimension hat an Bedeutung verloren

Ähnlich sieht das Marion Beckers aus der GdG St. Bonifatius Geilenkirchen. Der Betreuerin der Messdienergruppe an St. Marien geht es auch um die Besinnung: „Für mich ist Fasten eine Auszeit vom Alltag.“ Sie schränkt jedoch ein, dass sie keine festgelegte Fastenzeit brauche. „Ich kann das ganze Jahr über fasten, wenn ich das möchte.“ Bewusst mehr Freiräume zu nehmen, hat sich auch Gemeindereferentin Erika Minnaert aus der Weggemeinschaft Gangelt zum Ziel gesetzt. „In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Ideen des Fastens, angefangen vom Verzicht auf Schuhkauf bis hin zum vegetarischen Essen“, erzählt sie. Dass die Skala der Möglichkeiten des Fastens sehr breit ist, weiß Wilhelm Wallrafen aus der GdG Heinsberg/Waldfeucht: „Jeder sollte für sich seinen Bereich finden, worauf er verzichten kann und will.“

Vielfach könne es nicht schaden, wenn die Menschen sich auf allen möglichen Gebieten selbst ein wenig zurücknähmen und sich für ein gute Sachen einsetzten. „Man muss nicht immer drauflos reden, sondern kann auch mal den Mund halten“, unterstreicht er. Selbst habe er den Vorsatz gefasst, bewusster zu essen und auf Genussmittel zu verzichten. Genüsse wie Süßigkeiten wird auch Toni Crampen aus der Pfarrei St. Petrus Übach-Palenberg meiden. Der erste Vorsitzende der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Übach sagt: „Die kirchliche Bindung nehmen wir als Bruderschaft ernst. Als ältere Generation wissen wir um die Bedeutung der Fastenzeit.“ Heute sei das kein großes Thema mehr. Gerade der jüngeren Generation sei das Fasten schwer zu vermitteln. Das sieht Franz-Josef Stoffels aus der GdG Selfkant genauso. Der Ansprechpartner für die offene Jugendarbeit hat für sich persönlich die Entscheidung getroffen, auf Bier und Wein in der Fastenzeit zu verzichten. Bei den Jugendlichen, die er kenne, spiele das Fasten keine Rolle.

 

Die Kleinen werden sieben Wochen anders leben

In der katholischen Kindertagesstätte St. Lambertus Erkelenz thematisiert Erzieherin Karin Houscheid die Fastenzeit unter dem Thema „Sieben Wochen anders leben“ und vertritt damit auch ihren Standpunkt. „Ich will den Kindern vermitteln, dass es nicht um den Verzicht von Süßigkeiten geht, sondern sie sollen eine andere Sichtweise erfahren, einander und andere wertschätzen“, sagt sie. Die Wertschätzung des anderen liege zum Beispiel darin, zugunsten der Freundin auf ein Bonbon zu verzichten. „Wir machen aber auch deutlich, dass die Fastenzeit die Vorbereitung auf Ostern und die Auferstehung Jesu ist“, sagt Houscheid. Auch Petra Eltern vom Vorstand des Pfarreirats in der Pfarrei St. Martin Wegberg erkennt die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern. „Wir sollten uns auf die Ursprünge besinnen, worauf es wirklich ankommt. und erkennen, dass nicht alles selbstverständlich ist.“


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 10.02.2016

 
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