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Krippe

Ein Weg führt zum Stall mit der Heiligen Familie. Die Figuren wurden 1991 gekauft.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 51/2015

Krippenlandschaft unter Tannen

Seit 25 Jahren gibt es in der Kirche St. Maria Rosenkranz in Straeten eine Naturkrippe

Auf den ersten Blick ist es schwierig, jedes Detail der Krippe in der Kirche zu erfassen. Der Betrachter muss sich Zeit nehmen: rund 40 Quadratmeter ist die Landschaft groß, inklusive Wasserfall. Sechs Tage brauchen die Frauen und Männer der Krippenbautruppe für den Aufbau.

Am Samstag vor dem dritten Advent wird mit dem Aufbau begonnen. Die Männer der zehnköpfigen Krippenbautruppe holen die gespendeten Tannenbäume mit einer Höhe von drei bis fünf Metern ab, sammeln Moos und Grünzeug. „Wir haben schon das ganze Jahr über Ausschau nach schönen Bäumen gehalten“, sagt Josef Drießen.   

 

Unterbau muss ein Gefälle für den Bachlauf haben   

Bevor jedoch die Tannen in der Kirche aufgestellt werden, wird eifrig gehämmert. Die Männer im Team machen sich daran, den Unterbau für die Landschaft aufzubauen. Das ist ganz schön knifflig, denn er muss ein Gefälle haben, damit das Wasser des Bachlaufs fließen kann. Das Team geht routiniert vor. Sind doch einige Mitglieder bereits seit 1990 dabei. „Genau vor 25 Jahren wurde im Pfarrgemeinderat gestaltet. Wege werden angelegt, Kies verteilt und hinter dem Stall die Lichterstadt Betlehem, die vergangenes Jahr angeschafft wurde, beleuchtet. „Fast jedes Jahr kommt ein neues Detail hinzu“, sagt Scherrers. 1991 seien die 80 Zentimeter hohen Figuren der Heiligen Familie und ein Hirte angeschafft worden. Die Kleidungsstücke schneiderten damals einige Frauen.

 

Kleider genäht aus alten Priestergewändern 

1992 entdeckte man durch Zufall alte Tonfiguren, die Heiligen Drei Könige, Mutter Anna, den Verkündigungsengel und zwei Hirtenkinder, die der Größe nach passten. „Die Kleider der Könige und des Engels wurden aus alten, nicht mehr der Vorschlag gemacht, den damaligen Küster zu unterstützen und eine größere Weihnachtskrippe zu bauen“, erzählt Alexandra Scherrers. Josef Drießen zimmerte damals einen neuen Stall. Der Anfang war gemacht. Nachdem der Unterbau steht, werden die Wände mit Folien abgeklebt, um sie vor dem Harz der Tannen zu schützen.

Als nächstes wird eine Folie für den Bachlauf ausgelegt, der in einen See mündet. Darunter installiert ein Helfer eine Tonne mit einer Pumpe, damit das Wasser wieder hochbefördert werden kann. Die Männer stellen eine große Wurzel auf. Sie soll den Felsen darstellen, aus dem das Wasser fließt. In einem weiteren Schritt wird die Landschaft  gebrauchten Priestergewändern genäht“, erzählt Scherrers. Eine schöne Idee habe die Truppe vor zwei Jahren gehabt. „Wir haben ein Wegekreuz auf dem Weg zum Stall aus Reststücken eines alten Kirchenfensters gefertigt.“ Scherrers wendet sich wieder den Aufbauarbeiten zu.

Sie geht in die Sakristei, wo die Figuren lagern, um sie anzuziehen. Schließlich werden sie in die Landschaft gesetzt. Die Krippenlandschaft mit Details wie den Eichhörnchen in den Bäumen und dem Reis in einem Topf auf einer Feuerstelle ist fertig. Nur das Jesuskind fehlt. Es wird an Heiligabend in die Krippe gelegt. 

 

Die Krippe kann bis Ende Januar täglich von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.  


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 17.12.2015

 
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