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In St. Nikolaus Gangelt soll ein Familienkonzept die Kirche wieder mehr ins Leben rücken

Leere Kirchenbänke soll es nicht mehr geben. Die Gemeindereferentinnen Erika Minnaert (l.) und Barbara Ratayczak wollen, dass Kirche Relevanz im Leben und der Gesellschaft bekommt.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 06/2016

Wie muss Kirche heute aussehen?

In St. Nikolaus Gangelt gibt es Ideen, den Traum von einer gern besuchten Kirche zu verwirklichen

„Stell dir vor, es ist Kirche und alle wollen hin!" Um diesem Wunsch ein Stück näher zu kommen, findet ein Mal im Monat ein Familiengottesdienst in St. Nikolaus Gangelt statt. Das Projekt, das vom Pfarreirat Gangelt unterstützt wird, trägt den Titel „Familienkirche Gangelt.

„Wir wollten mit dem Familiengottesdienst ein stabiles und verlässliches Angebot für die ganze Wegegemeinschaft schaffen", betont Gemeindereferentin Erika Minnaert vom Vorbereitungsteam. Erfreulich sei die Resonanz beim ersten Familiengottesdienst gewesen. „Rund 20 Kinder mit ihren Familien aus verschiedenen Orten der Weggemeinschaft sind gekommen. Die Kinder haben sich um den Altar versammelt", erzählt ihre Kollegin, Gemeindereferentin Barbara Ratayczak. Es gehe darum, anschaulich die Bibel zu vermitteln. „Deshalb möchten wir auch eine Handpuppe als Erzählpuppe anschaffen sowie eine neue Leinwand, um Bildergeschichten projezieren zu können." „Es muss nicht immer eine heilige Messe gefeiert werden. Es kann auch eine Wortgottesfeier sein", unterstreicht Ratayczak. Wenn St. Nikolaus nicht zur Verfügung stehe, könne der Familiengottesdienst auch im Pfarrheim stattfinden. „Unser Ziel ist es, näher bei den Menschen zu sein. Die Familien sollen Lust haben, in den Gottesdienst zu kommen", erklärt Minnaert.

 

Näher bei den Menschen und einladender sein

Vor diesem Hintergrund und im Prozess der lokalen Kirchenentwicklung habe man einen Fragebogen unter der Überschrift „Stell dir vor, es ist Kirche und alle wollen hin!" entwickelt. „Uns ging es darum, herauszufinden, wie Kirche aussehen muss, damit dieser Traum Wirklichkeit werden kann", erzählt Ratayczak. Wenn man sich damit auseinandersetze, wie der christliche Glaube heute lebendig werden könne, müssten diejenigen zu Wort kommen, die es betreffe.

„Der Rücklauf des Fragebogens ist etwas spärlich gewesen, obwohl wir ihn nicht nur dem Pfarrbrief angehängt, in den Kirchen ausgelegt, sondern auch an Gruppen und Vereine verteilt haben", sagt Minnaert. Eine erste Auswertung habe ergeben, dass hauptsächlich regelmäßige Gottesdienstbesucher über 55 Jahren mitgemacht haben. „Für uns sehr erstaunlich war der Stellenwert, den viele Menschen der Bibel geben. Sie bekam eine ziemlich schlechte Bewertung", äußert Ratayczak. Vielen sei wichtig, ihr Leben nach christlichen Werten zu gestalten und eine Beziehung zu Gott und Christus zu haben.

 

Die Bibel bekam eine schlechte Bewertung

„Das heißt für uns, wenn wir verkündigen, sollten wir beim Leben der Menschen ansetzen und schauen, wo die Verbindung zur Bibel ist, und nicht als erstes biblische Geschichten und Glaubenswissen verkünden." Aus den Antworten der Fragebögen sei auch hervorgegangen, dass ein lebendiger, lebensnaher Gottesdienst gewünscht wird. „Wir versuchen das umzusetzen. Dazu gehört eine sorgfältige Gestaltung der Liturgie ebenso wie der Musik", erklärt Minnaert. Die Umfrage habe gezeigt, dass Kirche in der Weggemeinschaft noch eine Rolle spielt. „Unser Ziel ist, dass Kirche Relevanz im Leben und der Gesellschaft bekommen soll. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen punktuell positive Erfahrung mit Kirche machen."

Ein Familiengottesdienst findet jeden ersten Sonntag im Monat um 10.30 Uhr statt.


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 03.02.2016

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