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Im Ladencafé International in Wassenberg kommen Einheimische und Flüchtlinge zusammen

In der Kleiderkammer werden gut erhaltene Kleidungsstücke zum Preis von einem Euro pro Teil angeboten.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 09/2016

Ort der Integration und Teilhabe

Ehrenamtlich engagierte Menschen betreiben Café und Kleiderkammer für Flüchtlinge in Wassenberg

Im Ladencafé International im Pfarrheim St. Georg kommen Flüchtlinge und Bürger zusammen. Das zwanglose Zusammentreffen baut Hemmschwellen ab und fördert die Integration. Zum Angebot der Pfarrei St. Marien Wassenberg gehört auch eine Kleiderkammer.

Dass mit dem Projekt ein richtiger Weg beschritten wurde, um eine gleichberechtigte Teilhabe der Flüchtlinge zu ermöglichen, zeigt der Blick in das Ladencafé. Im Saal sitzen Wassenberger Bürger und Flüchtlinge in entspannter Atmosphäre zusammen, trinken Kaffee und unterhalten sich, teilweise mit Händen und Füßen.

 

Gut erhaltene Kleider werden in Koffern verstaut

Hin und wieder steht ein Flüchtling auf, sobald eine Nummer von einem ehrenamtlichen Helfer in die Höhe gehalten wird, und verschwindet  in einem hinteren Raum. Dort befindet sich die Kleiderkammer mit gut erhaltenen und gebrauchten Kleidungsstücken. Die Kunden suchen sich einige Teile aus. Viele bringen für ihren Einkauf einen Koffer mit, in dem sie die Kleider verstauen. So ist es an jedem Freitag und jedem zweiten Sonntag im Monat. Die Initiative für das Ladencafé ging von Gemeindereferentin Heidrun Skowranek aus. In Bärbel Windelen, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für die Region Heinsberg, fand sie eine Mitinitiatorin. Mit einer Planungsgruppe ehrenamtlich engagierter Menschen haben die beiden die Idee umgesetzt.

Zum Hintergrund erzählt Windelen, dass sich in der Stadt Wassenberg eine große Gruppe ehrenamtlicher und hauptberuflicher Mitarbeiter im Flüchtlings-Netzwerk engagiere. Diese Gruppe habe festgestellt, dass in der Flüchtlingsunterkunft der Stadt viele Kleiderspenden nicht koordiniert und sortiert abgegeben wurden. Daraufhin stellte die Gemeinde St. Georg das Pfarrheim zur Verfügung, in dem die Kleiderspenden angenommen und sortiert werden konnten. „Nach und nach kamen immer mehr Flüchtlinge“, erzählt Windelen. „Wir haben daraus ein festes Angebot gemacht, um die Flüchtlinge mehr in die Normalität des bestehenden Lebens einzubeziehen, Kontakte und Austausch mit anderen Besuchern herzustellen und ihnen Informationen mitzugeben.“


Wünsche werden an einer Litfasssäule angebracht

Schnell sei mit dem „Ladencafé International“ auch ein Namen gefunden worden. Das Café stehe allen Bürgern offen, betont Windelen. Eine Litfasssäule steht im Begegnungsraum, an der jeder einen Zettel hinterlassen kann, wenn er einen Kontakt haben möchte oder einen Wunsch hat. Der Raum nebenan wird zur Boutique, in dem Kleidung zu einem Euro das Stück verkauft wird. „Dass die Ware bezahlt werden muss, hat mit Menschenwürde zu tun“, betont Claudia Steinbrecher, verantwortliche Mitarbeiterin des Ladencafés.
Mittlerweile kommen pro Termin 40 bis 60 Flüchtlinge ins Café. Einer von ihnen ist der Syrer Muhamed Alsaade. „Die Menschen sind nett und helfen den Leuten, die Hilfe brauchen“, sagt er. „Das ist  eine gute Sache“, findet auch der Syrer Omao Mohanmmd. 17 Ehrenamtliche arbeiten im Ladencafé mit: angefangen von der Spendenannahme über das Sortieren der Kleider und dem Betrieb der Cafeteria bis zum Aufräumen, da das Pfarrheim auch von anderen Gruppen genutzt wird.


Von Eva Weingärtner

Veröffentlicht am 25.02.2016

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